#Liebe Wildungerinnen und Wildunger,

wieder hat die Stadtverordnetenversammlung der Änderung des Bebauungsplanes Nr. 36 „Östlich der Altstadt“ zugestimmt. Bereits 2010 wurde ein Bebauungsplan für die Itzel aufgestellt. Dieser regelte die Art der baulichen Nutzung, die Zulässigkeit von Sortimenten und von innenstadtrelevanten Randsortimenten in festgesetzten Teilflächen. Dieser Bebauungsplan basiert auf dem Einzelhandelsgutachten von 2008. Dieses wurde im Juli 2017 fortgeschrieben, die Bad Wildunger Sortimentsliste wurde modifiziert sowie die Zulässigkeit von Verkaufsflächen für Handwerkbetriebe überarbeitet. Dieses alles findet sich in dem Änderungsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 05.02.2017. Gut, dass ist die rechtliche Grundlage. Ich meine, hier müssen wir umdenken. Seit 2010 hat diese Nutzungsvorgabe der Innenstadt nichts genutzt. Und ich bin der Überzeugung, dass die Zulassung von größeren Bebauungsmöglichkeiten in der Itzel der Innenstadt nicht schaden wird. Wir müssen für die Belebung der Innenstadt nach neuen Konzepten suchen, etwa wie in Bad Münstereifel. Hier wurden Outletläden im Kernbereich eröffnet. Bad Dürkheim – hier wurde in Zusammenarbeit mit der TU Kaiserslautern das Konzept des Innenstadtentwicklungsfond entwickelt. Die Beratung der Interessenten erfolgt kostenlos und umfasst u.a. die Lösung von Funktions- und Nutzungsproblemen, das Aufzeigen von Finanzierungsmöglichkeiten, bauliche, technische und gestalterische Aspekte sowie baurechtliche Fördermittel. Dannenberg (Elbe) – hier zeigte sich das Angebot einer symbolischen Grundmiete von € 1,00/qm im ersten Jahr als Auslöser für den Erfolg. Innerhalb eines halben Jahres konnten die Leerstände beseitigt und ein ausgewogener Branchenmix erreicht werden.
In Witzenhausen wurde eine Planungswerkstadt ins Leben gerufen.
Eschwege und viele andere haben es doch auch geschafft (vergleiche „Lebenswerte Innenstadt – Initiativen die bewegen – Gute Beispiele für Projekte und Initiativen der Innenstadtentwicklung – Ein Projekt des Forschungsprogrammes „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ (EsWoSt) des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung).

Auch der Haus- und Grundstückseigentümerverband Kassel für Hessen beschäftigt sich in seiner Februarausgabe 2018 mit der Belebung der Innenstadt, denn es darf bei der Belebung der Innenstadt nicht nur um die Beseitigung des Leerstandes der Geschäfte gehen, es geht auch um die dortigen Wohnbereiche.

Hier muss ich als Bürgermeisterin viel Überzeugungsarbeit leisten, auch in den eigenen Reihen der CDU. Aus zahlreichen Diskussionen weiß ich, dass bei zahlreichen Stadtverordneten ein Umdenkungsprozess in Gang gesetzt worden ist. Und ich bin mir sicher, dass ich eine Mehrheit im Stadtparlament davon überzeugen kann, dass ein anderer Weg besser für die weitere Entwicklung der Stadt ist.

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